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Räume für Visionen

In ehemaligen Industriebauten entsteht Raum für Kunst und Kultur: Die Chemnitzer Schönherr.fabrik, das Dresdner Kraftwerk Mitte und natürlich die Baumwollspinnerei in Leipzig zeigen, was man aus ehemals brachliegenden Arealen machen kann

Diese Texte wurde im Auftrag der Standortkampagne „So geht sächsisch“ erstellt. Text: Annika Zieske Fotos: Urban Zintel

Licht fällt durch hohe Fenster in einen Raum, der eher einer Halle gleicht, Staub tanzt in den Sonnenstrahlen über dem rauen Betonboden, an der Wand lehnen riesige Leinwände. Es ist der Inbegriff eines perfekten Künstlerateliers – früher wurde hier allerdings Baumwolle verarbeitet. Die Spinnerei in Leipzig ist das Paradebeispiel für ehemalige Industriegebäude, die heute für Kunst, Kultur und Kreativität genutzt werden.

 

Die umgedeuteten Areale sind dabei immer beides: Motor für neue Entwicklungen und lebendiges Zeitzeugnis der Geschichte Sachsens. Immerhin war die Vorreiterregion der deutschen Industrialisierung schon ab Beginn des 19. Jahrhunderts von der Textilherstellung geprägt. Hier wurde rund um die Uhr gewebt, gesponnen und genäht, die dazu nötigen Maschinen baute man in gigantischen Werken.

Während die Fabrikanlagen in der DDR verstaatlicht und damit wie konserviert wurden, riss die Wende Wunden. ­Betriebsschließungen und Insolvenzen machten die gigantischen Gebäudekomplexe zu Leerstellen im öffentlichen Raum. Die Herausforderung, diese nicht verfallen zu lassen, sondern als Freiräume zu begreifen, nahmen meist Einzelne an. Auf finanzielle Unterstützung konnten diese Pioniere dabei nicht bauen, erinnert sich Bertram Schultze, Geschäftsführer der Baumwollspinnerei in Leipzig: »Die Schlüsselbegriffe ›riesige alte Fabrik‹, ›Künstler‹ und ›Ostdeutschland‹ stießen bei den um Finanzierung angefragten Banken auf völliges Unverständnis.«

 

Mittlerweile sind Orte wie die Spinnerei selbst zu einem Standortvorteil geworden, und ihr einst so schwer schätzbarer Wert fasziniert Mieter und Besucher noch immer: diese be­sondere Atmosphäre von Orten, die über Jahrzehnte Produktivität geatmet haben und nun Energie und Inspiration für künstlerische Arbeit abgeben.

Leipzig

 

Die Leipziger Baumwollspinnerei ist in Sachsen das unumstrittene Vorbild für solche Orte. Einst als eine der größten Fabriken Europas geplant, war sie eine eigene Stadt in der Stadt. Anfang der 90er-Jahre siedelten sich die ersten Künstler an, um ihre Vision vom Kreativ-Biotop zu verwirklichen. Unter ihnen war ein gewisser Neo Rauch. Der Rest ist Geschichte, die Spinnerei wurde zum Epizentrum der Leipziger Schule und gelangte zu internationaler Bekanntheit.

Weltbekannte Galerien repräsentieren nach außen, nach innen bleibt Raum für Entwicklung, zum Beispiel durch bezahlbare Ateliers. Oben: Das Spinnereigelände, Unten: Atelier Laura Eckert, Galerie Eigen&Art (v. l.)

Trotzdem präsentiert sie sich auch heute als angenehm uneinheitlicher Mikrokosmos, in dem weltberühmte Künstler ebenso ihren Platz haben wie Programmkino und Töpferwerkstatt. Auch wenn mittlerweile keine Flächen mehr frei sind und renommierte Galeristen zwischen Kulturtouristen über das Gelände schlendern, die Freiräume im Kopf bleiben. »Wir können gar nicht stehenbleiben, weil wir das Glück haben, dass wir mit Kunst arbeiten, die nun mal per se die Aufgabe hat, Neues auszuloten«, sagt Bertram Schultze.

 

Ein neues Projekt steht auch in den Startlöchern: Das letzte noch nicht sanierte Gebäude wird als Spielstätte für das Off-Theater Lofft ausgebaut. Ganze zehn Jahre haben die Macher auf eine eigene Spielstätte gewartet, jetzt bekommen sie nicht nur einen eigenen Raum, sondern sind aktiv in die Gestaltung eingebunden. Von den Säulen im Theaterraum bis zur Gestaltung des Foyers können die Theatermacher hier weiter an ihrer Vision feilen.

Chemnitz


Platz für neue Perspektiven ist auch in der Chemnitzer Schönherr.fabrik. Birgit Eckert ist Geschäftsführerin in dem ehemaligen Webstuhlwerk und stand 1996 vor der schier unlösbar erscheinenden Aufgabe, 60 000 Quadratmeter unsanierte Gebäudefläche als Immobilie nutzbar zu machen. Sie erinnert sich an unzählige Besichtigungstermine mit potenziellen Mietern, die nicht erschienen, doch eines Tages radelte ein Mann vorbei und fragte, ob er ein Restaurant auf dem Gelände eröffnen könne. Gastronom war er nicht, sondern Sozialarbeiter auf Arbeitssuche. Aber Leerstellen erzeugen eben Chancen, das bis heute erfolgreiche »Café ankh« war das erste Zeichen für einen Neuanfang.

Rohe Backsteinwände, dazwischen Designbüros: Jeder neue Mieter in der Chemnitzer Schönherr.fabrik kann bereits vor Vertragsabschluss seine Vision einfließen lassen. Ein Kostenfaktor, der sich in Vertrauen auszahlt: Nach dem Planen ist noch nie ein Mieter abgesprungen. Die ehemalige Fabrik von außen, moderne Agenturen im neu fertiggestellten Trakt, eine noch unsanierte Lagerhalle, Alina Galerie im Kulturhaus K40 mit Werken von Jan Gemrot (links) und Pavel Vasicek (v. l.).

 Statt groß angelegtem Finanzierungsplan gab es in der Schönherr.fabrik »Hausfrauen­schritte«, wie Eckert es lachend beschreibt: Wenn wieder ein wenig Geld da war, wurde ein kleiner Abschnitt saniert. Irgendwann las die Geschäftsführerin von Künstlern, die in leer stehende Fabrikgebäude zogen. »Da dachte ich: Leere Gebäude haben wir noch genug!« Das Kulturhaus K40 war geboren, mit ausreichend Platz für Proberäume und Ateliers.

 

Mittlerweile ist die Schönherr.fabrik voll ausgelastet, die unterschiedlichsten Mieter, von der Ballettschule bis zum Steuerberater, haben ihre passenden Räume gefunden. Eckert und Team hätten nun auch das K40 gewinnbringend vermieten können, doch sie entschieden sich dagegen: »Dieser Ort lebt von der Durchmischung, neben dem Arbeiten braucht man auch die Leichtigkeit des Seins«, sagt Eckert.

 

Stattdessen ist endlich genug Geld da, um das K40 aufzumöbeln. Eine richtige Heizung gab es bisher nicht, jetzt soll zusammen mit den Künstlern renoviert werden – und zwar ohne dass die Preise steigen.

Dresden


Auch in Dresden wird mit Hochdruck an einem neuen Kulturstandort gearbeitet: Im Dezember werden die Staatsoperette Dresden und das tjg. theater junge generation ihren Betrieb auf dem Gelände eines früheren Kraftwerks aufnehmen. Parallel zum Theaterneubau sollen in den denkmalgeschützten Teilen der Gebäude weitere Kreative und Gastronomie einziehen.

Dresden = Semperoper. Klar. Doch mit der Umgestaltung des Kraftwerk Mitte wird nun eine neue Seite der Stadt gezeigt und klassische Künste mit Modernem und zeitgemäßer Gastronomie kombiniert. Das T1 Bistro & Café, die zukünftigen Spielstätten der Staatsoperette Dresden und des tjg (theater junge generation), das Kraftwerk Mitte im Umbruch (v. l.).

Die Beigeordnete für Kultur und Tourismus Annekatrin Klepsch will damit ein Zeichen setzen, »dass die Kulturstadt Dresden nicht nur vom kulturellen Erbe wie Zwinger und Semperoper lebt, sondern neue Impulse setzt«. Der neue Standort rückt die beiden Spielstätten, die vorher am Stadtrand residierten, nun wortwörtlich in den Fokus: mitten in die Stadt. Und da gehören sie hin, meint Klepsch, »schließlich werden im Theater im Idealfall aktuelle Fragestellungen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens verhandelt, und das braucht Dresden«.

 

Weitere potenzielle Mieter hat sie für ihr Herzensprojekt auch schon im Kopf: die Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresdens – seit Jahrzehnten heimatlos – ist auf Übergangslösungen angewiesen. Es gibt also noch viel zu tun. Die (wortwörtlich) nächsten Baustellen geht das Team des Kraftwerks Mitte am liebsten schon auf dem Gelände selbst an: Das kleine »T1 Bistro & Café« im ehemaligen Pförtnerhaus hat sich zum inoffiziellen Treffpunkt fürs Pläneschmieden entwickelt. Gute Ideen entstehen eben oft an den ungewöhnlichsten Orten …

Leipzig, Chemnitz und Dresden sind aber nicht die einzigen Orte in Sachsen, an denen die Kultur alte Fabrikgebäude erobert: Hier geht’s zu Fotos und Videos der ibug, dem farbenfrohen Festival der „Industriebrachenumgestaltung“ in einer ehemaligen Färberei in Limbach-Oberfrohna.

Floor on Fire

Fotos: Erik Groß und Christoph Seidler

Breakdance trifft Ballett, Street Style auf Spitzentanz. Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden zeigt bei Floor on Fire, dass ganz selbstverständlich Stilgrenzen überschritten werden können und dass vermeintlich Unvereinbares ganz hervorragend zusammenpasst. Wie bei einem Breakdance-Battle treffen abwechselnd Tänzer verschiedener Ausrichtungen aufeinander. Wer in die nächste Runde kommt, entscheidet eine Jury. In gemischten Teams treten die Breakdancer von The Saxonz, Tänzer des Semperoper-Balletts und der zeitgenössischen Tanzszene Dresdens gegeneinander an. So entsteht eine Kommunikation auf Augenhöhe und ein gänzlich neuartiger Bewegungsaustausch, bei dem auch das Publikum nicht still sitzen kann.

www.thesaxonz.com

www.hellerau.org

Volles Programm

Kunst, Design oder Clubkultur: Diese Tipps sollte man einplanen – oder auch einfach ganz spontan vorbeischauen

Einfach auf den Pfeil klicken und einen Blick in den Kalender werfen

MAX-PECHSTEIN-MUSEUM

Kunstsammlungen Zwickau
Dienstag – Sonntag
www.kunstsammlungen-zwickau.de

Das Max-Pechstein-Museum widmet der im Juni 2016 verstorbenen Künstlerin Rita Preuss vom 29. Oktober 2016 bis 17. Januar 2017 eine Retrospektive. Gezeigt werden die (sehr!) großformatigen Stadt- und  Menschenbilder der Meisterschülerin Pechsteins –  und das historische Gebäude mit seiner  Kuppelhalle lohnt sich ohnehin immer.

MANUFAKTUR DER TRÄUME

Annaberg-Buchholz

täglich

www.annaberg-buchholz.de/manufaktur-der-traeume

 

Sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen: Das Erlebnismuseum zeigt Volkskunst für die Sinne. So werden Bergbau, Holzspielwarenproduktion und das frühere Leben im Erzgebirge erlebbar gemacht. Ein fantasievoller Plan, um auch die Jüngsten für Visionen zu begeistern.

RESIDENZSCHLOSS

Dresden
Zahlreiche Ausstellungen,
außer Dienstag täglich
www.skd.museum/de/museen-institutionen/residenzschloss

Mehr als 300 Millionen Euro wurden bis jetzt in den Ausbau des Dresdner Schlosses investiert. Zu den bereits geöffneten Museen gehören das berühmte Historische und das Neue Grüne Gewölbe, das Kupferstich-
Kabinett, das Münzkabinett und die Rüstkammer. 2017 wird zudem der  Renaissanceflügel eröffnet. Die schönste Baustelle Dresdens!

STAATLICHES MUSEUM FÜR ARCHÄLOGIE

Chemnitz

Dienstag – Sonntag
(montags an Feiertagen)

www.smac.sachsen.de

 

300 000 Jahre unter einem Dach: Das SMAC beweist, dass man auch die älteste Menschheitsgeschichte mit moderner Präsentation in die Gegenwart holen kann. Ob mit archäologischen Exponaten oder Sonderausstellungen wie aktuell zum Thema Geld. Kulturelle Vielfalt in einem denkmalgeschützten Gebäude (das früher einmal ein Kaufhaus war).

KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ

Chemnitz, Am Theaterplatz

Dienstag – Sonntag (montags an Feiertagen)

www.kunstsammlungen-chemnitz.de

 

Ob Malerei oder Plastik, Textil, Kunstgewerbe oder auch Grafik, für die Kunstsammlungen Chemnitz lohnt es sich, genug Zeit einzuplanen. Hier treffen Karl Schmidt-Rottluff und Caspar David Friedrich auf Skulpturen von Edgar Degas und Grafisches von Lyonel Feininger. Nichts wie hin – auch zu den grandiosen Sonderausstellungen! Bis zum 20. November 2016 findet zum Beispiel eine Premiere statt: Zum 320. Geburtstag der Akademie der Künste Berlin werden erstmals Werke aller lebender Mitglieder der Sektion Bildende Kunst an einem Ort präsentiert. Vom 11. Dezember 2016 bis 12. März 2017 wird es dann »Revolutionär!« mit der Ausstellung »Russische Avantgarde aus der Sammlung Vladimir Tsarenkov«

Was Sachsen kulturell sonst noch zu bieten hat, sehen Sie hier: (Lebens-)Kunst und Kultur in Sachsen

Schwierige Seilschaften

In der Sächsischen Schweiz gelten seit mehr als hundert Jahren die strengsten Kletterregeln der Welt, trotzdem soll der Sport im Elbsandsteingebirge in ein neues Zeitalter geführt werden. Über einen Spagat am Fels, der genauso schwer wie notwendig ist

Text: Peter Brunnert Fotos: Helmut Schulze

Als eine Schar waghalsiger Schandauer Turner am 6. März 1864 den mächtigen Falkenstein vor den Toren ihrer Heimatstadt bezwingt, muss sie sich nicht um Regeln scheren. Ihre Besteigung gilt als die Geburtsstunde des sächsischen Bergsteigens, und doch gleicht die Unternehmung eher dem Betriebsausflug einer Gerüstbaufirma als einer Klettertour: Um auf den Gipfel des 80 Meter hohen Felskolosses zu gelangen, benutzen sie nämlich allerlei Leitern, Steigbäume und Holzspreizen. Der Gipfel ist das Ziel, der Zweck heiligt die Mittel, und so ein Sandstein kann sich schließlich nicht wehren.

 

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts aber verständigt sich die sächsische Bergsteigergemeinde auf Spielregeln, die verhindern sollen, dass dem Gebirge mit seinen mehr als tausend wild geformten Felstürmen weiterhin mit Hammer und Meißel zu Leibe gerückt wird. Nirgendwo auf der Welt gibt es seitdem vergleichbar restriktive und anspruchsvolle Kletterregeln wie südöstlich von Dresden. Und nirgendwo sonst wird der Klettersport daher so stark von seiner Vergangenheit geprägt wie hier.

»Meine stärkste Triebfeder war, etwas zu tun, was andere noch nicht getan hatten – also neue Wege zu gehen«

Bernd Arnold

Bernd Arnold

Denn vor mehr als 100 Jahren wurde festgelegt, dass zur Überwindung der Schwerkraft ausschließlich natürliche Haltepunkte verwendet und keinerlei künstliche Hilfsmittel eingesetzt werden dürfen – außer zur Sicherung. Das moderne Freeclimbing hat also einen seiner Ursprünge im Elbsandsteingebirge. Man einigte sich zudem darauf, dass lediglich an frei stehenden Felstürmen geklettert werden sollte, aber (mit einigen wenigen Ausnahmen) nicht an Massiven.

 

Sicherungsringe dürfen seitdem nur vom Erstbegeher einer Route angebracht werden, darüber hinaus sind als Fixpunkte am Fels nur »weiche« Mittel, wie zum Beispiel Seilschlingen, zugelassen. Diese besondere Sicherungssituation führte zu einem heroischen Begehungsstil: Der Erste einer Seilschaft musste in der Lage sein, den Kletterweg auch ohne oder mit nur spärlicher Sicherung zu bewältigen. Helden waren gefragt. Nicht zuletzt diese Kühnheit und die Schwierigkeit der Routen begründeten den Ruhm des sächsischen Bergsteigens. Dass das Gebiet nach der Teilung Deutschlands für westliche Kletterer schwer erreichbar war, förderte diesen Nimbus noch.

»Ich empfinde das sächsische Bergsteigen als etwas ganz Besonderes und unbedingt Erhaltenswertes«

Robert Leistner

Einer, der das Elbsandsteinklettern wie kein Zweiter geprägt hat, ist der heute 69-jährige Bernd Arnold aus Hohnstein. Ihm gelangen an den heimatlichen Türmen rund 700 Erstbegehungen, von denen einige die schwersten Freiklettereien der Welt waren. Warum macht einer so was? »Meine stärkste Triebfeder war, etwas zu tun, was andere noch nicht getan hatten – also neue Wege zu gehen,« erklärt Arnold. »Aber auch die Ästhetik des Kletterns hatte bei mir einen hohen Stellenwert. Schwierigkeiten mit Leichtigkeit zu überwinden – das war mein Ziel.«

 

Klettern ist wie fast kein anderer Sport in der Lage, den Menschen fokussieren zu lassen und auch trotz Schwierigkeiten Ziele zu erreichen. Gleichzeitig erdet das »Hinauf«. Bei der zunehmenden Beschleunigung im urbanen Alltag wundert es nicht, dass immer mehr Menschen den Ausgleich im Sport und in der Natur suchen. »Wir können seit Jahren eine Zunahme der Kletterer in der Sächsischen Schweiz feststellen«, bestätigt auch Peggy Nestler vom Tourismusverband. »Die Umsätze der Kursanbieter steigen, und es siedeln sich sogar neue Kletterschulen an.« Ein Ansturm, der auch an besagten strengen Regeln rüttelt.

Robert Leistner

Insbesondere beim Wunsch nach besserer Absicherung und bei der Frage, ob und warum das Klettern auf die frei stehenden Türme begrenzt bleiben soll oder auch Massivwände erschlossen werden dürfen, haben sich bislang die Traditionalisten durchgesetzt. Die Türme machen aber nicht einmal fünf Prozent der Felsfläche aus, ein riesiges Potenzial schlummert ungenutzt in den Wäldern. Um das zu ändern, fehlt ein von allen Beteiligten akzeptierter Plan.

»Es mangelt an Impulsen für Zukünftiges«, bedauert auch Bernd Arnold. »Dadurch werden moderne Spielarten des Bergsports, wie Sportklettern und Bouldern, ausgegrenzt.« Doch das begrüßen einige Hardliner sogar, für die das sächsische Bergsteigen so bleiben soll, wie es schon immer war. Obwohl natürlich auch sie mittlerweile mit Hightech-Kletterschuhen unterwegs sind und nicht mehr barfuß mit Hanfstricken hantieren müssen.

Es gibt aber auch eine Reihe junger Kletterer, die sich durchaus in der Linie der sächsischen Traditionen sehen, diese aber weiterentwickeln wollen. Einer von ihnen ist der 34-jährige Robert Leistner aus Dresden, von dem einige der derzeit schwierigsten Routen des Gebirges stammen. »Ich empfinde das sächsische Bergsteigen immer noch als etwas ganz Besonderes und unbedingt Erhaltenswertes,« betont er. Und hat auch eine Vision, wie eine Weiterentwicklung möglich wäre: »Ich kann mir gut vorstellen, geeignete Massive gegen unbedeutende Gipfel zu tauschen und dadurch sensible Naturbereiche zu beruhigen. Felsmassive mit moderner Absicherung zu erschließen wäre für mich ein erster Schritt, das sächsische Klettern wieder attraktiver zu machen.«

 

Doch natürlich haben die Verantwortlichen Gründe für ihre Zurückhaltung bezüglich solcher Pläne. So gibt Tom Ehrig, Vorstand Bergsteigen beim Sächsische Bergsteigerbund, zu bedenken: »Bei all diesen Überlegungen müssen wir stets berücksichtigen, dass wir das deutschlandweit beinahe einmalige Privileg besitzen, überhaupt in einem Nationalpark klettern zu dürfen. Daher sollten mögliche Konsequenzen gut überlegt sein.«

Von der Debatte um die tausend Türme ahnen all die Klettertouristen nichts, die jährlich in die Sächsische Schweiz pilgern. Sie sind vielmehr »Wanderer über dem Nebelmeer«, wie Caspar David Friedrich die Gegend anno dazumal gesehen hat. Lassen sich von einer Landschaft berauschen, die gleichzeitig wirkt wie von einem anderen Planeten und doch wie daheim.

 

Um diese Idylle – zumindest in sportlicher Hinsicht – bewahren zu können, braucht es allerdings einen Spagat zwischen Bewahren und Erneuern. Dass eine Tradition nur dann lebt, wenn sie sich entwickelt, dürfte außer Frage stehen, dass eine mehr als 150 Jahre alte Bergsteigertradition nicht einfach über Bord geworfen werden kann, ebenso. Es braucht einen Plan, der alle Beteiligten versöhnt. Keine leichte Aufgabe, aber Optimismus ist angebracht: Kletterer sind schließlich für ihre Fähigkeit bekannt, immer irgendwie einen Weg zu finden – auch wenn er etwas steinig sein mag.

TOURENTIPPS VON KLETTERLEGENDE BERND ARNOLD

Hinweis: Das Klettern im Elbsandsteingebirge verlangt die Beherrschung spezieller Sicherungstechniken! Kletterneulinge gehen am besten direkt zu den Après-Tipps über …

Falkenstein, Schusterweg

Ein Elbsandsteinklassiker: Eine tiefe Kaminschlucht, schräge Kriechbänder, eine ausgesetzte Reibungsrinne und zwei heikle Reitgrate gilt es, auf dem Schusterweg zu bewältigen. Ganz großes sächsisches Kletterkino!

Kleine Herkulessäule, Alter Weg

Sie scheinen jeden Moment ins Tal zu stürzen: die filigranen Herkulessäulen im eindrucksvollen Bielatal. Der Alte Weg auf die Kleine Herkulessäule bietet luftige Genusskletterei. Und ganz so schnell stürzt das Ding dann doch nicht um.

Lokomotive, Überfall

Achtung, Schlotterbeine! Der Überfall in Rathen ist zwar technisch nicht besonders schwer, aber der Tiefblick auf den Amselsee ist Furcht einflößend. Ängstliche sollten es daher besser beim Ruderbootfahren auf selbigem belassen.

ZUR ERHOLUNG UND STÄRKUNG DANACH

Toskana Therme Bad Schandau

Direkt am Elbufer findet man Saunalandschaft, Innen- und Außenbecken sowie den »Liquid Sound Tempel«, ein Sole-Thermalbecken mit Musik unter Wasser sowie 360-Grad-Videoprojektion. Da sind selbst strapaziösere Klettertouren schnell vergessen.

Rudolf-Sendig-Straße 8 a, 01814 Bad Schandau
www.toskana-therme.de

Porschdorfer Einkehr

Frische saisonale Speisen, Zutaten aus dem Kräutergarten und regionale Produkte von der Kartoffel bis zum Fleisch: Das familiengeführte Gasthaus ist ein Geheimtipp. Hausgemachte Brände gibt es ebenso sowie einen »Wander-Wein« mit original Böhm-Wanderkarte als Etikett.

Hauptstraße 29 b, 01814 Bad Schandau
www.porschdorfer-einkehr.de

Unter schwarzen Schafen

Auf seinem Hof im sächsischen Bärenstein hat Falk Bräuer ein ökologisches Mikrosystem geschaffen: Käse, Wolle, Fleisch, alles wird verwertet – und nebenbei auch für Toleranz unter den Schafen gesorgt

Text: Annika Zieske Fotos: Jasmin Zwick

Wenn die kleine Digitalstoppuhr anfängt, grün zu leuchten, muss alles ganz schnell gehen: Falk Bräuer steht in der Käserei seines Milchschafhofs im sächsischen Bärenstein, es herrschen circa 30 Grad, und die Luftfeuchtigkeit ist tropisch. Gerade noch hat er mit gleichmäßigen Bewegungen in einem riesigen Stahlkessel gerührt, in dem der Schafskäse genau die richtige Temperatur annimmt.

 

Jetzt geht es ums Timing: Mit großen Schwüngen schöpft Bräuer den Käse in die Gefäße, Lehrling Immana drückt den Deckel darauf und fängt überschüssige Flüssigkeit in großen Eimern auf. Zehn Minuten später sind sechs große Käselaibe ordentlich verpackt in ihren Behältnissen, und es kehrt wieder Ruhe ein. Nur draußen gackern die Hühner, die sich um die letzten Käsekrümel streiten.

 

Passgenaue Arbeit ist wichtig auf dem Biohof, denn alles funktioniert nur, wenn auch der kleinste Bereich nahtlos an einen anderen anschließt. Mit viel Arbeit hat Falk Bräuer einen Hof aufgebaut, der komplett ökologisch nachhaltig funktioniert: Der Strom kommt von Solarzellen auf dem Dach, möglichst jeder Arbeitsschritt wird selbst gemacht, statt Gewinnmaximierung steht maximales Tierwohl an erster Stelle.

 

»Wir lassen die Lämmer länger bei der Mutter. Das verringert zwar den Ertrag an Milch, aber für die Tiere ist es viel besser«

 

Dieses idealistische Konzept verfolgt der Schäfermeister seit 1999, angefangen hat er mit einem Hof auf Usedom. Doch Bräuer fand es schwer, Fuß zu fassen in einer Gegend voller zersiedelter Flächen und einer Dominanz konventioneller Betriebe.

 

2006 wagte er im Osterzgebirge mit seinen saftigen Kräuterwiesen einen Neubeginn. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin entdeckte er den alten Hof im Randgebiet von Bärenstein und stand vor der Herausforderung, ihn innerhalb von nur ein paar Wochen zu renovieren und winterfest zu machen. Dabei wurde er von der unerwarteten Hilfsbereitschaft und Unterstützung der neuen Nachbarn überrascht, schließlich sind dies alles konventionelle Agrarbetriebe.

So kam es, dass heute um die neunzig schwarze Schafe von der deutschen Küste – die Rasse nennt sich Ostfriesisches Milchschaf – im bergigen Erzgebirge grasen. Die Umsiedlung haben sie gut überstanden und mittlerweile Gesellschaft von zwei Eseln, mehreren Hühnern, Schweinen, Hofhündin Lenka und vier Katzen bekommen.

 

Der Betrieb lebt von den Milch-, Käse- und Fleischprodukten, die Bräuer herstellt und über die Verbrauchergemeinschaft Dresden verkauft. Gut 45 Milchschafe gibt es auf dem Hof, dazu ungefähr genau so viele Lämmer und zwei Böcke. »Für den Milchertrag ist der Frühling und Frühsommer die beste Zeit, wenn die Lämmer geboren werden und die Mutterschafe am meisten Milch geben«, erzählt Bräuer auf dem Weg zur Lämmerwiese. »Aber wir lassen sie länger bei der Mutter und melken nur ein wenig nebenher, das verringert zwar den Ertrag an Milch, aber für die Tiere ist es viel besser.«

Dass das Wohl der Schafe im Vordergrund steht, glaubt man sofort, wenn die wolligen Tiere begeistert blökend angerannt kommen, sobald sie Bräuer sehen. Ein paar Hundert Meter weiter steht die Mutterherde – und sieht etwas gerupft aus. In der Vorwoche haben Bräuer und seine Helfer die Schafe geschoren, die Wolle gehört ebenfalls zu den Erzeugnissen, die den Hof finanzieren. Im kleinen Hofladen liegen dicke Schafwollsocken und Decken, die im Winter auch in Dresden auf dem Weihnachtsmarkt verkauft werden. Bräuer lässt die Decken bei einem kleinen lokalen Betrieb weben, den er nach langer Suche gefunden hat. Würde er die Schafwolle allein verkaufen, würde sich nämlich das Scheren nicht rentieren: Nur einen Euro bekommt man für ein Kilo. Für die hochwertigen Decken werden circa vier Kilo verwendet, dafür kann Bräuer sie dann aber auch für um die 120 Euro verkaufen, abzüglich der Kosten für die Weber.

 

Das ist es, was Bräuer unter einem »runden Betrieb« versteht: ein Hof, der sich selbst trägt und ökologisch Sinn ergibt. Das beinhaltet eine möglichst lückenlose Verwertungskette durch einzelne Rädchen, die ineinandergreifen, wenige ausgelagerte Aufgaben und wenn, dann an eigens ausgesuchte, regionale Betriebe. Ihm liegt daran, unnötige Abfallprodukte zu vermeiden und möglichst viel Kontrolle zu behalten, um Qualität und Tierwohl zu gewährleisten.

Letzteres ist auch der Grund dafür, dass Bräuer einen Teil der Tierhaltung zurück auf den Hof verlagert, den er eigentlich lieber nicht selbst machen würde: Gerade hat er einen Schlachtraum gefliest, ab Herbst will er hier selbst schlachten. »Ich reiße mich nicht um die Aufgabe«, erklärt Bräuer, »aber zu einem ganzheitlichen Ansatz gehört es eben dazu.« Dahinter steckt das Wissen, wie die Tiere auf einem normalen Schlachthof behandelt werden. Von Tierwohl und Würde ist da meist nicht viel zu sehen.

 

Von all dem ahnen die Lämmer noch nichts, ohnehin werden die meisten von ihnen nicht geschlachtet, sondern verkauft. Nur zehn Jungtiere bleiben in Bärenstein – unter ihnen ein weißes. Beim Mittagessen in der gemütlichen Hofstube mit weichen schwarzen Schaffellen auf den Holzstühlen erklärt er warum: »Das ist wegen des Rassismus unter den Schafen«, erzählt er schmunzelnd. »Ich habe nämlich einen weißen Bock für die Zucht, vor dem sind die Schafe im letzten Jahr in panischer Angst davongelaufen. Man muss sie also ein bisschen daran gewöhnen, damit sie nicht vergessen, dass es nicht nur schwarze, sondern auch weiße Schafe gibt.« Also auch in dieser Hinsicht ein ganzheitliches Konzept in Bärenstein.

Sach(s)en gibt's

Die Erfindung ist die schöne große Schwester der Idee.

Wie schön, das beweisen die kommenden Fotos mit Start-up-Produkten aus Sachsen. Aber um was handelt es sich bei diesen kaleidoskopisch inszenierten Innovationen? Ein Bilderrätsel

Fotos: Ragnar Schmuck Setdesign/Produktion: Anke Eberhardt

1

Pudrig – Nahaufnahme vom Mars oder ein neuartiges Rouge für den perfekten Teint, was könnte das für ein Pulver sein?

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Neuronade: Think Drink

Kein Energydrink, sondern Anregung für die Synapsen: Neuronade ist ein neuartiges Getränkepulver, das die geistige Leistung unterstützen soll. Es enthält kein Koffein, sondern natürliche Pflanzenextrakte wie Brahmi, Rosenwurz, Ginkgo und grünen Tee. Zudem sind wichtige Mikronährstoffe beigemischt, um Müdigkeit zu bekämpfen. Wer weiß, welche Start-ups nach dem Konsum noch gegründet werden …
www.neuronade.com

2

Futuristisch – Die düstere Seite eines Pokémon oder ein Designer-Topfuntersetzer, was hat es mit diesem Gebilde auf sich?

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Laviu: Hightech-Lovetoys

Dass Lovetoys nichts Unanständiges sind und sogar extrem ästhetisch aussehen können, beweist das Start-up Laviu aus Dresden. Das junge Unternehmen will mit seiner zum Patent angemeldeten Technologie den Markt der Liebesbringer revolutionieren. Diese ermöglicht ein natürliches Pulsieren ganz ohne störende Geräusche. Also wortwörtlich: Liebe zur Innovation.
www.laviu.de

3

Stringent – Kletterseil oder ein revolutionäres Hochleistungskabel, was schlingt sich hier über die Seite?

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Texlock: starkes Schloss

Fahrradschlösser waren bisher schwer, sperrig und nicht besonders schön anzusehen. Ein Start-up aus Leipzig ändert all das durch ein textiles Schloss. Das bei Texlock verwendete Seil ist leicht, flexibel, zug- und schnittfest, somit diebstahlsicher und sieht außerdem noch schön aus. Natürlich sichert es auch weit mehr als nur Fahrräder.
www.tex-lock.de

4

Strahlend – Solarium oder doch das Innenleben einer neuartigen Mikrowelle, was ist das wohl?

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Wavelabs: schlaue Solar-LEDs

Solarzellen sind ein wichtiger Bestandteil erneuerbarer Energien. Um ihre Leistungsfähigkeit zu messen, wurden bisher Xenonlampen verwendet, deren Abweichung vom Spektrum der Sonne allerdings bis zu 25 Prozent beträgt. Die Leipziger Firma Wavelabs hat nun eine LED-Technologie entwickelt, deren Abweichung maximal zwei Prozent beträgt. Fast so strahlend wie die Sonne also! Dadurch wird die Messung der Solarzellen enorm verbessert und eine effizientere Energieversorgung ermöglicht. Und man würde gar nicht ahnen, wie schön die 18-farbige Lichtquelle im Inneren des »SINUS-220« aussieht.
www.wavelabs.de

5

Haptisch – Angriff der Badvorleger oder eine innovative Autowaschanlage,was formt sich hier so wild?

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Mr. Snow: Plan für Winter ohne Schnee

Skifahren und Snowboarden trotz immer wärmerer Winter? Mr. Snow aus Chemnitz liefert eine umweltfreundliche Alternative: Zusammen mit der Technischen Universität Chemnitz entwickelt, ist die Oberfläche der textilen Pisten nach zahlreichen Prototypen nun optimal beschaffen, und auf den flexiblen Matten lässt sich sogar ohne Bewässerung über Schanzen fahren oder mit Tubes rutschen.
www.mrsnow.de

Schnapsidee

Alkohol verherrlichen? Mitnichten! Doch der Mensch hat nicht selten Geistesblitze unter Einfluss der prozentigen Tropfen – zum Beispiel, selbige zum Beruf zu machen. Sechs Beispiele und der Beweis, dass eine berauschende Reise durch Sachsen immer eine gute Idee ist.

Text: Kathrin Hollmer Illustrationen: Alexandra Klobouk

  • Weingut Mariaberg, Meißen

    Von der Wirtschaftsassistentin zur Winzerin: Anja Fritz kam als Quereinsteigerin zum Wein. 2004, nach einer Weltreise, kaufte die ausgebildete Wirtschaftsassistentin für Fremdsprachen ein baufälliges Anwesen in Meißen, auf dem schon seit mehr als 400 Jahre Wein angebaut wurde. Spontan begann sie selbst mit dem Weinbau, gründete 2008 das Weingut Mariaberg und ließ sich zur Weingästeführerin ausbilden. 2013 startete sie mit dem Winzer Martin Schwarz zudem die Weinmanufaktur am Mariaberg und kelterte von nun an zwei Linien: typisch fruchtig, spritzig ausgebaute Mariaberg-Weine und die edlen Schwarz-Weine der Manufaktur, die 2015 vom Gourmetführer Gault Millau prämiert wurden. Ein Plan B in Sachen Berufswahl also – der hervorragend schmeckt.
    www.weingut-mariaberg.de

  • Weingut Klaus Zimmerling, Pillnitz

    Vom Wein zur Kunst: Seit 1992 betreibt Klaus Zimmerling sein idyllisches Gut auf dem Königlichen Pillnitzer Weinberg. Nicht nur die Rysselkuppe, die an eine Stufenpyramide erinnert, zieht dort die Blicke auf sich. Sondern auch die lebensgroßen Holzskulpturen, die seine Frau, die Künstlerin Małgorzata Chodakowska, in ihrem Atelier inmitten der Rebstöcke fertigt. Die anmutigen Frauengestalten transportieren eine Ruhe, die hervorragend zur Pillnitzer Natur passt. Die Symbiose von Kunst und Wein wirkt hier ganz selbstverständlich – deswegen zieren die Skulpturen natürlich auch die jährlich wechselnden Etiketten der erstklassigen Rieslinge, Gewürztraminer oder Grau- und Weißburgunder.
    www.weingut-zimmerling.de

  • Stonewood Braumanufaktur, Chemnitz

    Vom Kupferschmied zum Biersommelier: Sein erster Ferienjob führte Michael Friedrich mit 14 Jahren in die Chemnitzer Schlossbrauerei, und er war so fasziniert, dass er seinen Berufswunsch kurzerhand von Kupferschmied in Braumeister änderte. 2015, inzwischen Diplom-Braumeister und Biersommelier, eröffnete er mit der Stonewood Braumanufaktur seine erste eigene Brauerei. Auf den Namen brachte ihn die Geschichte des Chemnitzer Waldes, der vor 290 Millionen Jahren entstand, als ein Vulkanausbruch riesige Urwaldbäume begrub und das Holz versteinerte. Als Braumeister hat sich Friedrich auf außergewöhnliche Biersorten wie »Chocolate Stout« oder »Edelrauchbier« spezialisiert. Außerdem produziert er Bier in essbarer Form, unter anderem Bierpralinen, -senf und -gelee. Darauf muss man auch erst mal kommen …
    www.brau-art.de

  • Glückauf Biere, Gersdorf

    Von der Mutter zur Tochter: 2013 übernahm Astrid Peiker von ihrer Mutter die Geschäftsführung der Glückauf Biere am Fuße des Erzgebirges und startete mit einer neuen Idee: Ale. Seit April 2016 darf die Brauerei, die bereits 1880 in einer ehemaligen Strumpffabrik gegründet wurde, ihr Gersdorfer Ale »Bier des Jahres 2016« nennen. Das Testportal ProBier-Club.de vergibt das Gütesiegel bereits seit 18 Jahren, und auch anderweitig wurden zahlreiche Auszeichnungen gesammelt. Kein Wunder, merkt man doch beim ersten Schluck, dass das stark gehopfte Bier mit Fruchtnoten von Mango und Zitrusfrüchten etwas Besonderes ist. Auf die Idee kam Peiker im Urlaub, als sie zum ersten Mal Ale trank, das fruchtiger und leichter war als das Bier, das sie kannte. Ein halbes Jahr experimentierte sie, bis sie mit dem Ergebnis schließlich zufrieden war.
    www.glueckaufbiere.de

  • Augustus Rex, Dresden

    Von Streuobst zu Schnaps: Als Georg Schenk und Elke Mareck 1998 nach Dresden zogen, entdeckten sie beim Spazieren durch die Seitentäler der Elbe verwilderte Streuobstwiesen und hatten die Idee, das Obst selbst zu verwerten. Seit 2001 brennen die beiden in der »Dicken Berta«, wie sie ihre Destille liebevoll nennen, hochfeine Destillate und Liköre aus längst vergessenen Obstsorten, für die sie international zigfach ausgezeichnet wurden. Seit 2011 produzieren sie außerdem den »Dresdner Gin«, der in einer schrägen Flasche verkauft wird und den sie der Queen 2012 zu ihrem Geburtstag schickten. Ihr »Master of the Household« sandte ein Dankesschreiben – ob unter Einfluss des Gins ist allerdings nicht übermittelt.
    www.augustus-rex.com

  • Schaubrennerei Lindner, Neukirch

    Vom Hobby zum Familienbetrieb: Eigentlich ist Susann Lindner Lebensmittelchemikerin, seit 2015 aber auch Sachsens erste Brennmeisterin. Den Meisterbrief brachte ihr ein selbst kreierter Kürbisbrand ein. Auf das Schnapsbrennen kam sie durch ihren Vater Steffen Lindner, der neben seinem Hauptberuf als Fliesenlegermeister seit 2009 eine Schaubrennerei in Neukirch betreibt. Für ihn ist der Schnaps längst mehr als ein Hobby, bei internationalen Meisterschaften wurde er mehrfach ausgezeichnet. Außer Pfirsich-, Zwetschgen- und Quittenbrand wird auch Brand aus Bier und Honigwein hergestellt, außerdem Geist aus verschiedenen Beeren und Knoblauch sowie ein Whisky. Die neueste Schnapsidee: ein Destillat aus Neukircher Zwieback.
    www.schusterliebs.de

Hallo Leipzig

Kreative aus allen Ecken der Republik ziehen nach Leipzig
das kann nicht allein an den günstigen Mieten liegen. Was macht die Stadt mit Künstlern, Architekten und Designern – und was machen sie aus der Stadt? Das wissen sie selbst am besten: Antworten aus den Ateliers

Von links: Franziska Klee (Modedesignerin), Lea Korzeczek (Innenarchitektin), Florian Bierbaum (Mediengestalter), Nanna Funke (Kommunikationsdesignerin), Matthias Hiller (Industriedesigner) und Steffen Sendelbach (Architekt) sind 2015 nach Leipzig gezogen. Zeit für eine Zwischenbilanz – mit Nachwuchs und Welpe.

Interview: Anke Eberhardt Porträts: Urban Zintel Stills: Studio Oink, Franziska Klee

Ihr seid 2015 alle unabhängig voneinander nach Leipzig gezogen. Was waren eure Beweggründe? Gab es einen konkreten Plan?

STEFFEN SENDELBACH: Der Plan war, etwas zu ändern.

NANNA FUNKE: Wir haben uns in Berlin wie in einer Dauer-Rushhour gefühlt. Drei Jahre lang haben wir dort in einem tollen Designbüro gearbeitet, aber irgendwann gemerkt, dass wir uns gern stärker konzentrieren würden. Steffen kommt aus dem Süden, ich aus Nordrhein-Westfalen, und wir haben häufiger im Osten Urlaub gemacht. Leipzig war so schön, da sind wir einfach kleben geblieben! (lacht)

LEA KORZECZEK: Matthias ist in Leipzig geboren, und die Stadt hat uns schon immer gefallen. Ein weiterer Grund war, dass wir mehr Raum für unser Innenarchitekturstudio gesucht haben. Vor allem auch eine Werkstatt, in der wir unsere Möbel und Prototypen bauen können. Das Geschäft hier stand seit zehn Jahren leer, und wir konnten alles genau so umgestalten, wie wir es uns vorgestellt haben. In Wiesbaden, wo wir vorher gewohnt haben, wäre so etwas nicht möglich.

Studio Oink Lea Korzeczek (33, Innenarchitektin aus Wiesbaden) und Matthias Hiller (35, Industriedesigner aus Leipzig) decken mit ihrem Studio Oink eine große Bandbreite des Schönen ab: Sie bieten klassische Innenarchitektur für Privatleute, Cafés oder Geschäfte, arbeiten aber ebenso als Stylisten für Fotoproduktionen sowie als Möbel- und Produktdesigner. In ihrem – natürlich selbst gestalteten – Studio in Gohlis verkaufen sie neben ihren eigenen Entwürfen auch Keramik von internationalen Künstlern und möchten in Zukunft Kreativen aus der Umgebung eine Plattform bieten. Kurz vor dem Interviewtermin kam ihr Sohn Joseph auf die Welt, der nun als echter Leipziger aufwächst. www.studiooink.de

»In Berlin gibt es gefühlt schon alles, hier kann man noch wirklich etwas Neues schaffen«

Franziska und Florian, ihr habt zuletzt in München gelebt. Warum habt ihr euch für Leipzig entschieden?

Florian Bierbaum: Wir sind der klassische Fall von Leuten, die in den Westen gegangen sind, um eine Ausbildung zu machen, zu studieren, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln, aber dann zurückkommen, um den nächsten Schritt zu gehen. Wir haben ein Kind erwartet und wollten mehr aus Franziskas Taschen-Label machen.

Franziska Klee: Leipzig war für uns eine ganz bewusste Entscheidung. Für Messen ist es praktisch, weil man überall in Deutschland gut hinkommt. Die Stadt ist nicht zu groß, aber auch nicht zu klein – das passt einfach. Ich komme ja eigentlich aus der Pharmabranche, in München hätte ich mich das Umsatteln aber nicht getraut.

Steffen: Leipzig lädt einfach ein. Wir haben auch in Berlin nach Wohnungen gesucht, in Leipzig ist das aber entspannter. Und wenn du – wie wir – selbst renovierst, wird es dir nicht selten mit mietfreier Zeit gedankt. Der Vorteil durch die geringeren Lebenshaltungskosten ist nicht von der Hand zu weisen.

Nanna: Der bekannte Galerist Gerd Harry Lybke hat das einmal so formuliert: »Wer in Leipzig nichts wird, der wird nirgendwo was.« (alle lachen)

»Hier passiert viel: Designmessen machen halt, große Bands spielen Konzerte«

Ein Münchner Modedesigner hat hingegen gesagt: »In Berlin kannst du vor dich hin leben, in München musst du erfolgreich sein, sonst kannst du nicht überleben.« Das kann man positiv und negativ sehen: Beflügelt es euch, finanziell entspannter zu sein, oder fehlt da auch ein Antrieb?

Matthias Hiller: Für uns ist das auf jeden Fall positiv. Man hat nicht so einen Druck und muss nicht jeden beliebigen Job annehmen, nur um sich finanzieren zu können.

Lea: Bei uns ist das Studio zum Beispiel freitags geschlossen, da wir den Tag als Kreativtag für eigene Projekte nutzen wollen.

Steffen: Aber auch wenn es vielleicht so klingt: Wir haben nicht Arbeit reduziert, um mehr Freizeit zu haben. Das Gegenteil ist der Fall: Wir arbeiten deutlich mehr, nur müssen wir nicht sofort viel Geld verdienen, um hohe Kosten zu decken.

Studio Oink: Lea Korzeczek und Matthias Hiller

Wenn man kreativ arbeitet, kann aber die Miete allein nicht entscheidend sein. Man braucht ja auch ein inspirierendes Umfeld. Wie ist das in Leipzig?

Nanna: Ich glaube, dass Tempo und Fülle großen Anteil am Phänomen »Inspiration« haben. Mich beflügelt, dass wir hier die Wahl zwischen Menschengetümmel und Rückzugsorten haben.

Matthias: Heutzutage passiert so viel online, dass man ohnehin immer am Puls der Zeit ist. Wenn man zufrieden und mit seiner Umgebung im Einklang ist, dann kann man überall kreativ arbeiten.

Franziska: Ich habe auch das Gefühl, dass die Kreativszene in Leipzig immer weiter wächst. Es gibt Events und Fashion-Shows. Das Sympathische ist, dass trotzdem alles noch sehr klein und persönlich ist.

Lea: Man kann auch noch wirklich etwas Neues schaffen. Wobei das viele Menschen, die hier schon immer wohnen, oft nicht erkennen. Da herrscht zum Teil Unzufriedenheit, und es wird nicht wahrgenommen, was hier für ein Potenzial schlummert.

Franziska Klee Franziska Klee (31, aus Gernrode in Thüringen) ist eigentlich gelernte Chemielaborantin und hat die vergangenen zehn Jahre in München gelebt. 2012 gründete sie zusammen mit ihrem Freund das nach ihr benannte Label für hochwertige Taschen, Accessoires und Kinderschuhe. Sie verwendet ausschließlich pflanzlich gegerbtes Leder und verarbeitet ihre minimalistischen Designs in Handarbeit. Bis vor Kurzem noch ein Nebenjob, konzentriert sie sich seit dem Umzug nach Leipzig ganz auf ihre Firma. Ihr Freund Florian Bierbaum (30, Mediengestalter aus Rodewisch in Sachsen), der beim MDR in Halle / Saale arbeitet, unterstützt sie mit Text, Fotos und dem Online-Auftritt. Ihr Sohn Fritz kam 2015 in Leipzig zur Welt und schläft natürlich am besten beim Geräusch der Nähmaschine.

www.franziskaklee.de | www.meinbabyschuh.de | www.wunschclutch.de

Eine Unzufriedenheit, die mit Legida gerade sehr unschöne Schlagzeilen macht.

Nanna: Dabei ist das gar nicht repräsentativ für Leipzig.

Lea: Leipzig ist ja eigentlich eher links. Das merkt man auch an den Gegendemonstrationen, an denen viel mehr Leute teilnehmen.

Florian: Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die verunsichert sind. In Leipzig passiert einfach gerade unglaublich viel. Es ist eine der am schnellsten wachsenden Städte in Deutschland, es wird großflächig saniert, und die Preise steigen. Da kann man auch verstehen, dass manche Alteingesessenen sich vergessen fühlen. Das Missverständnis in Sachen Veränderung ist ja oft, dass etwas Neues so gedeutet wird, als wäre vorher alles schlecht gewesen. Weiterentwicklung wird als Kritik aufgefasst.

Steffen: Wobei ich das auf keinen Fall verallgemeinern würde. Ja, es gibt Mentalitätsunterschiede, die sehe ich aber eher im Miteinander-Arbeiten. Hier spielt zum Beispiel das Tauschen eine größere Rolle als in Süddeutschland. Leistung gegen Leistung. Aber das macht alles hier auch sehr familiär und herzlich.

Franziska Klee:  Florian Bierbaum und Franziska Klee

Gibt es auch negative Aspekte der Entschleunigung?

Nanna: Die Frage ist doch, was negativ bedeutet und ob Geschwindigkeit ausschließlich positiv ist. Früher hat man ständig einen neuen Fummel für irgendeine Präsentation gebraucht. Mittlerweile sind wir leger gekleidet oder haben überall Lehm, weil wir im Schrebergarten waren – aber ist das schlechter?

Lea: Ich finde das total angenehm. Da man sich auf die Dinge konzentriert, die tatsächlich wichtig sind.

 

Inwieweit beeinflusst diese Veränderung auch euren Stil als Kreative?

Lea: Man kann sich in jede Richtung entfalten.

Steffen: Ich glaube sogar, dass der Stil eher echt wird.

Wie wird eure Arbeit denn von den Leipzigern aufgenommen?

Lea: Die Leute sind zum Teil schon sehr zurückhaltend, kommen nicht einfach so zu uns in den Showroom. Vielleicht sind manche mit der Leere des Raums und der Galerieatmosphäre überfordert.

Steffen: Unsere Leistungen sind außerdem sehr abstrakt – Gestaltung, Design, Konzeption. Nicht jeder kann mit diesen Begriffen sofort etwas anfangen.

Franziska: Die Leute fühlen sich andererseits aber auch sehr verbunden, wenn man sagt, dass man aus Leipzig kommt. Es braucht nur Kontaktpunkte. Gerade auf Messen sind die Leipziger immer sehr begeistert. Letztes Jahr war der Stijl Design-Markt erstmals hier, und der Veranstalter meinte, es sei fürs erste Mal gut gewesen, aber man müsse die Leipziger erst daran gewöhnen.

Steffen: Wobei es sich natürlich nicht so anhören soll, als ob wir aus dem Westen jetzt in den Osten kommen, um ästhetische Entwicklungshilfe zu leisten. Um Himmels Willen, nein!

Funkelbach Nanna Funke (33, Kommunikationsdesignerin aus der Nähe von Münster) und Steffen Sendelbach (34, Architekt und gelernter Steinmetz aus Würzburg) sind Funkelbach – Büro für Architektur + Grafikdesign. Sie arbeiten als Ausstellungsgestalter für Museen, übernehmen die Artdirection in Corporate-Design-Projekten und konzipieren aktuell die Optik eines neuen Edelrestaurants in der Leipziger Innenstadt. (Von ihrer grandios selbst ausgebauten Wohnung in Gohlis ganz zu schweigen.) Anfang 2016 gründeten Nanna und Steffen die Hausmarke Möbeltum und brachten drei Produkte auf den Markt: »Bètton«, ein Schlafsofa mit praktischer – und schöner – Lederriemenklappfunktion sowie »Einerspind« und »Zweierspind«, moderne Schränke im traditionellen Spind-Design. Die beiden sind auch privat ein Paar und arbeiten gerade daran, Welpe Dante zu zähmen.

www.funkelbach.de | www.moebeltum.de

Funkelbach: Steffen Sendelbach und Nanna Funke

Ist das überhaupt noch ein Thema, Ost/West?

Steffen: Die Unterscheidung spielt im Westen meiner Erfahrung nach überhaupt keine Rolle mehr. Hier hört man aber öfter im Spaß: »Zu Friedenszeiten …« oder »Na, machste wieder rüber?«

Florian: Wir sind in dieser Runde ja zur einen Hälfte Ostkinder, zur anderen Westkinder. Franziska ist nach zehn Jahren, ich bin nach fünf Jahren zurückgekommen, und man merkt schon, dass es Mentalitätsunterschiede bei den Leuten gibt, die noch nie woanders gelebt haben. Wobei man da auch nicht verallgemeinern sollte.

Lea: Für uns wird der Ost-West-Unterschied am ehesten auf der Autobahn fühlbar. Sobald man auf der A4 in Richtung Osten fährt, denkt man: „Endlich wieder durchatmen! Diese angenehme Weite!«

Florian: Das ist beim Flair von Leipzig ähnlich. Hier hast du die preußische Bauweise, breite Straßen, lange Alleen, und die Stadt kann atmen. Diese Entspannung überträgt sich auf die Menschen.

Inwiefern wird Kreatives hier durch offizielle Institutionen gefördert?

Lea: In unserer Straße in Gohlis gibt es das Magistralenmanagement, das Cafés und Geschäfte fördert. Initiativen wie die »Nacht der Kunst« beleben leer stehende Räume durch Ausstellungen. Außerdem gibt es hier die Wächterhäuser – leer stehende Immobilien, die von einem Verein vermittelt und als Gegenleistung von den Bewohnern instand gehalten werden.

Nanna: Man merkt, dass viel passiert. Inzwischen machen hier mehr Designmessen halt, und große Bands spielen Konzerte. Wobei all das ja schon die Vorboten der Gentrifizierung sind.

»Unser Plan ist, auf Leipzig zu vertrauen«

Ihr ja auch!

Nanna: Auf jeden Fall! Wir werden nur noch nicht als Feinde erkannt! (lacht) In Berlin wird Leipzig aufgrund des Hypes um die Stadt ja schon länger »Hypezig« genannt.

Steffen: Es ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. Zum einen wünscht man sich mehr schöne Läden und Cafés, dass es schnell vorangeht. Auf der anderen Seite ist es wunderbar, dass die Stadt noch anders ist. Und wir sind froh, dass wir dieses Stück mit Leipzig mitgehen können.

Wie sieht die Zukunft bei euch aus? Gibt es für euer Leben in Leipzig einen Plan?

Nanna: Genau davon habe ich mich freigemacht. (große Zustimmung von allen) Steffen ist im Architekturbüro seiner Eltern groß geworden, ich in der Werbeagentur meiner Eltern. Obwohl wir also typische »Firmenkinder« sind und unsere Arbeit lieben, brauchen wir den Ausgleich zu Tagen am Computer. Der Plan ist: Balance!

Steffen: Unser Plan ist, auf Leipzig zu vertrauen, und seit wir hier sind, werden wir darin bestätigt.

Florian: Das gilt auch für das Leben allgemein. Hier muss man sich nicht völlig dem Hamsterrad mit Kind, Immobilienkauf, Altersvorsorge ergeben.

Lea: Wir haben doch alle gesehen, dass es den meisten damit nicht immer gut geht. Der Grundgedanke, dass man nicht jeden Luxus braucht, entspannt enorm. Hier kann man »leben«.

Steffen: Und wie gesagt: Deswegen arbeitet man sogar umso effektiver. Und es stellt sich eine Art Grundvertrauen zum eigenen Leben ein. Leipzig gibt einem die Zuversicht, dass es schon funktionieren wird.

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