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Mit dem großen Strategie- und Umbauprojekt SWM22 stellen sich die Stadtwerke München für die Zukunft auf. Dabei ist ein neues Führungsmodell unabdingbar, sagt Werner Albrecht, Geschäftsführer Personal und Soziales.


Im Rahmen von SWM22 haben Sie vier Führungsprinzipien definiert: Quervernetzung über alle Konzernbereiche hinweg fördern, unternehmerisches Denken einfordern, Strategiefokus stärken und Freiräume für den Erfolg von morgen schaffen. Was steckt dahinter?

Werner Albrecht: Die Veränderungen in der Münchner Stadtgesellschaft entwickeln eine unglaubliche Dynamik, etwa durch die Digitalisierung oder die Verkehrsdichte. Als kommunaler Dienstleister müssen die Stadtwerke auf schnell wechselnde Anforderungen reagieren können. Wie kommen die Münchner in zehn Jahren zur Arbeit? Wie können wir die Einführung der intelligenten Zähler nutzen? Auf solche Fragen müssen unsere Mitarbeiter Antworten haben. Das verlangt ein neues Verständnis von Führung und Kooperation, das von Vernetzung, Eigenverantwortung, Vertrauen, Partnerschaftlichkeit und Wertschätzung getragen wird.

Foto: SWM/Stefan Heigl

Nun kann man eine neue Führungs- und Wertekultur ja nicht einfach von oben verfügen.

Albrecht: Stimmt. In unserer Strategie konnten wir zwar den Rahmen dafür stecken, aber letztendlich ist eine neue Führungskultur ein Lernprozess und muss in der Organisation gelebt werden und wachsen.

 

Dafür ist Veränderungsbereitschaft nötig. Wie kitzeln Sie diese heraus?
Albrecht: Wir haben die Betroffenen gefragt, was sie am bisherigen Führungsverhalten stört und welche Verbesserungsvorschläge sie haben. Dazu haben wir im Juli die Führungskräfte aller Ebenen zu einer interaktiven Managementveranstaltung eingeladen und sie in Kleingruppen diskutieren lassen, wie sie in Zukunft arbeiten wollen und wie Führung aussehen soll, kann oder muss. Die Geschäftsführung war ausschließlich in einer zuhörenden Position.

 

Was kam dabei heraus?
Albrecht: Über ein Online-Umfrage-Tool konnten die Teilnehmer zu den drei offenen Fragen „Welche Verhaltensweisen wollen wir ab sofort etablieren, aufgeben und verstärken?“ frei ihre Meinung äußern. In einem zweiten Schritt konnten sie die Antworten der anderen liken. Am meisten gewünscht wurde, dass unsere Führungskräfte Kompetenzen und Verantwortung delegieren. Ganz oben auf der Negativliste stand eine mangelhafte Fehlerkultur, wo nach Schuldigen statt nach Ursachen gesucht wird.

Foto: SWM

Wie geht es jetzt weiter?
Albrecht: Die 40 Führungskräfte, an die wir die Umsetzung von SWM22 übertragen haben, waren durch die Moderation der Kleingruppen aktiv in die Managementveranstaltung eingebunden. Nun haben sie zunächst ein halbes Jahr Zeit, um erste kulturverändernde Maßnahmen einzuleiten, also die richtigen Kollegen für die neuen Aufgaben zusammenzubringen, entsprechende Stellenprofile auszuarbeiten und die Voraussetzung für unternehmerischen Spielraum zu schaffen. Auf dem nächsten Managementforum im November werden wir dann Feedback dazu einholen.

 

Fallen auch Hierarchieebenen weg?

Albrecht: Nein, an der Hierarchie soll sich nichts ändern, sie gibt der Organisation SWM ja auch Struktur. Aber wir wollen eine hierarchiefreie Kommunikation. Die Leute sollen sich direkt austauschen und ruhig ihre(n) Vorgesetzten oder die Abteilungsgrenze überspringen. So wird die Kommunikation im Haus schneller, unmittelbarer und praxistauglicher. Im Endeffekt wollen wir innovatives Denken fördern und die Leute ermuntern, sich ohne Angst mit ihren Ideen nach vorn zu wagen.

Werner Albrecht, seit November 2013 Geschäftsführer Personal und Soziales der SWM

EINSTIEG BEI DEN STADTWERKEN MÜNCHEN

    • Mitarbeiter: rund 9.000 in München und Region, 50 Nationalitäten
    • Umsatz: 6,3 Mrd. Euro (2016)
    • Unternehmensbereiche: Energieerzeugung und -versorgung (Strom, Erdgas, Fernwärme), Trinkwasserversorgung, Hallen- und Freibäder, Infrastruktur (Versorgungs- und Telekommunikationsnetze), Öffentlicher Personennahverkehr/MVG (U-Bahn, Bus, Trambahn), Telekommunikation (Glasfasernetz/M-Net)
    • Absolventen/Professionals: Direkteinstieg oder in bestimmten Bereichen Traineeprogramm
    • Studierende: Praktika, Bachelor- und Masterarbeiten, Förderprogramme SWM Talents und SWM Top Talents
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